Anschieben,
nicht übernehmen

Mein Hauptengagement gilt der öffentlichen Verwaltung — mit Überzeugung. Daneben gebe ich ausgewählte Impulse weiter, bewusst in kleinem Rahmen, dort, wo es beide Seiten bereichert. Das Prinzip ist immer dasselbe: Ich übernehme nicht die Arbeit anderer. Ich bringe sie in Gang und sorge dafür, dass es ohne mich weitergeht.

“Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft. Um etwas zu verändern, baut man neue Modelle, die das Alte überflüssig machen.”

Richard Buckminster Fuller

Stossrichter®

Strategiediskussionen beginnen oft mit einer Formulierung. Und enden mit einer schwächeren. Jede Runde macht den Text weicher, weil jeder noch unterbringen will, was ihm wichtig ist. Am Ende sagt das Papier alles und nichts.

Der Stossrichter macht das Gegenteil. Er stellt die relevanten Schlüsselfragen, von Rahmen und Daten über Technologie, Organisation und Kultur bis zur Führung. Zu jeder Frage zeigt er das gesamte Antwortspektrum als Varianten. Die Organisation verortet, wo sie heute steht. Dann bleibt eine einzige Frage: Wo wollen wir hin?

Wer aus einem Spektrum wählt, entscheidet doppelt: wohin man will, und wohin nicht. Das macht das Ergebnis klar, begründbar und gut kommunizierbar. Und weil die Positionierung sichtbar bleibt, lässt sie sich laufend überprüfen, repriorisieren, anpassen: Der Stossrichter taugt als rollierendes Strategieinstrument, nicht nur für die Klausur.

Entwickelt habe ich ihn für Situationen lateraler Führung, wo mehrere gleichstarke Kräfte in kurzer Zeit einen gemeinsamen Nenner finden müssen, etwa Departemente einer Verwaltung. Ohne Weisungsbefugnis hilft kein Durchdrücken. Es braucht ein Verfahren, das Klarheit schafft, statt sie wegzuverhandeln.

OKR als Zielsystem

Klassische Projekte werden über Aktivitäten gesteuert: Pflichtenheft, Meilensteine, Statusberichte. Das funktioniert, wenn der Weg bekannt ist. In der Transformation ist er das nicht. Das Pflichtenheft legt dann einen Weg fest, der sich später als Sackgasse erweist. Und am Ende: Projekt fertig, Wirkung null.

OKR (Objectives and Key Results) dreht die Steuerung um. Gesteuert wird über die Wirkung, nicht über die Tätigkeit. Ein Objective beschreibt einen erreichten Zustand, Key Results machen ihn messbar. Den Weg dorthin wählt das Team selbst und passt ihn an, sobald es klüger ist. Fix sind Zeit und Ressourcen, variabel ist das Ergebnis. Das schützt vor Uferlosigkeit und zwingt zur Fokussierung.

Die Methode ist frei verfügbar, jedes Lehrbuch erklärt sie. Die eigentliche Arbeit beginnt danach: OKR muss in die Jahresplanung, die Hierarchie und die Vollzugslogik einer Organisation integriert werden, sonst bleibt es ein Fremdkörper. Integriert statt importiert.

Bewährt hat sich ein fester Viermonats-Rhythmus mit wechselnden Teams über Organisationsgrenzen hinweg. Am Ende jedes Zyklus fertige Ergebnisse. Keine Berichte über Arbeit, sondern Arbeit, die man zeigen kann.